Die kleine Jesaja Rolle (1QIsab) aus Höhle1

Das folgende Bild zeigt die „kleine“ Jesaja Rolle 1QIsab. Sie hat eine Eigenart, die schon auf der Startseite erwähnt wurde: Obwohl der Text irgendwann in der Zeit um Christi Geburt geschrieben wurde, sind die festgestellten Abweichungen zu mittelalterlichen Rollen nicht größer, als wenn zwei mittelalterliche Rollen untereinander verglichen werden. Die Rollen aus Qumran haben ein Merkmal, an dem allein schon ihr hohes Alter erkennbar wird: Sie enthalten noch keine Vokalisation, auf die die mittelalterlichen Massoreten so große Mühe verwandten. Alle Rollen aus Qumran geben nur die Konsonanten an, wobei ihre ausgiebige Verwendung als Vokalbuchstaben für die große Jesaja Rolle 1Qa charakteristisch ist, wie es ebenfalls auf der Startseite ausgeführt wurde. Die genau gegensätzliche Schreibung enthält die Jesaja Rolle d aus der Höhle 4. Sie zeigt noch seltener Vokalbuchstaben an als der massoretische Text, sie ist beim Gebrauch sogar noch sparsamer als 1QIsab, die geradezu ein Vorläufer des massoretischen Textes ist. Leider sind fast alle Rollen aus Höhle 4 nur noch als kleine Fragmente erhalten geblieben.

Nach dem folgenden Foto lässt sich abschätzen, wieviel von Jesaja 53 noch in 1QIsab erhalten geblieben ist: Die kleine Jesaja Rolle aus Höhle 1 nach Sukenik, E.L.: The Dead Sea Scrolls of the Hebrew University, PLATE 10, Ausschnitt, Jerusalem 1955. Versangaben zu Jesaja 53 sind von mir hinzugefügt, um eine grobe Vorstellung vom Texterhalt zu vermitteln. Die Ausgabe von Sukenik ist mittlerweile ersetzt. Wer wirklich den hebräischen Text studieren möchte, sollte in der Suchmaschine „Discoveries in the Judean Desert“ eingeben. Die neueste Textausgabe der großen und kleinen Jesaja Rolle ist DJD XXXII: Qumran Cave 1.II: The Isaiah Scrolls: Part 1: Plates and Transcriptions. Part 2: Introductions, Commentary, and Textual Variants. Eugene Ulrich and Peter W. Flint, Oxford 2011.

1QIsab - Sukenik
1QIsab - Sukenik

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