Die eigene Übersetzung nach den Textvorgaben von 1QIsaa

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Im folgenden verfahre ich einfach so, als würde der Text der großen Jesaja Rolle der verbindliche hebräische Text sein. Ich übersetze den Text aus Qumran, wobei meine Übersetzung angepasst wird. Unterschiede zu der eigentlichen Übersetzung werden markiert, wodurch sofort zu sehen ist, wo Abweichungen zum massoretischen Text vorliegen. 

Jesaja 53 in eigener, neuer Übersetzung nach dem Text von 1QIsaa:

52,13. Siehe, mein Knecht wird einsichtig gemacht, und er wird erhöht und hoch gehoben und sehr erhaben sein.

14. Demgemäß entsetzten sich viele über dich, denn ich habe gesalbt seine Erscheinung stärker als die eines Menschen, seine Gestalt stärker als die der Menschenkinder.

15. So wird er viele Nationen besprengen, über ihn werden Könige ihren Mund verschließen, denn sie sehen das, was ihnen nicht erzählt wurde, und sie verstehen, was sie nicht gehört haben.

53,1. Wer glaubte der Nachricht an uns, und vor wem wurde der Arm JHWHs offenbart.

2. Es ist vor ihm etwas aufgestiegen wie ein Säugling und wie ein Wurzelspross aus vertrockneter Erde. Keine prächtige Erscheinung war ihm eigen (1QIsaa hat ein Personalsuffix angefügt), keine Hoheit, dass wir nach ihm geschaut hätten, kein strahlendes Aussehen, dass wir an ihm Gefallen gefunden hätten.

3. Ein Verachteter, der im Begriff steht, die Menschheit zu verlassen, und ein Mann mit Schmerzen, bekannt gemacht (Buchstabenvertauschung bei 1QIsaa?) mit Krankheit, bei dem es scheint, dass (JHWH) sein Angesicht vor ihm verbirgt. Und ein Verachteter, der nicht in unserer Planung war.

4. Jedoch unsere Krankheiten hat gerade er hoch getragen, und für unsere Schmerzen war er der Träger. Wir aber meinten, er sei geschlagen, von Gott getroffen und gebeugt worden.

5. Gerade er ist durchbohrt worden, weil wir die Treue gebrochen haben, zerschlagen worden, weil wir verkehrt gehandelt haben. Und die Strafe hat er, damit wir bei allem genug haben. Wir wurden geheilt, weil er die Wunden bekam.

6. Wir alle waren verirrt wie Schafe, jeder ging seinen Weg, aber JHWH veranlasste, dass er bat wegen der Verkehrtheit bei uns allen.

7. Er kam heran, aber gerade er wurde niedergedrückt. Aber er öffnet seinen Mund nicht, wie ein Lamm, wenn es zur Schlachtbank geführt wird. (Bei 1QIsaa fehlt das anfügende „und“) Wie ein Mutterschaf, das vor denen verstummt, die es scheren, so öffnet er seinen Mund nicht.

8. Aus Schutz und Recht ist er weggenommen worden, aber wer von seiner Generation wird bedenken, dass er abgeschnitten wurde vom Land der Lebendigen, vom Treuebruch meines Volkes ein Schlag für ihn.

9. Und sie gaben ihm sein Grab bei Gottlosen und bei einem Reichen seine Kulthöhe („Bamah“ ist eine Anhöhe, wo Opfergottesdienste abgehalten werden), obwohl er kein Unrecht begangen hatte und kein Trug in seinem Munde war.

10. Und JHWH hatte vor, ihn zu zerschlagen und er durchbohrte ihn. Wahrhaftig, er stellte sein Leben als Schuldopfer zur Verfügung. Er wird Nachkommenschaft sehen, er wird viele Tage haben und der Plan JHWHs wird durch seine Hand Erfolg haben.

11. Um der Mühsal seiner Seele willen wird er Licht sehen, er wird gesättigt werden. Durch seine Erkenntnis wird ein Gerechter, mein Knecht, die vielen gerecht machen und für ihre Verkehrtheit ist genau er der Träger.

12. Daher will ich ihm sein Teil geben an den Vielen und mit den Starken wird er Beute teilen, dafür, dass er sein Leben in den Tod ausgegossen hat und den Treuebrechern zugerechnet worden ist. Doch genau er hat die Verfehlung vieler hoch getragen und für ihre Treuebrüche (statt „die Treuebrecher“) bittet er.

Anmerkung: In Vers 53,10 ist „Wahrhaftig“ markiert. Meine Lesung von 1QIsaa ist nicht sicher, da ein kleiner Zwischenraum sichtbar ist, womit möglich ist, dass es sich bei dem Mem doch nicht um ein gewöhnliches Mem handelt, sondern ein Mem Sofit (Schluss-Mem) falsch geschrieben wurde. Das ist der Fall, wenn der Zwischenraum gewollt ist, denn der Schreiber markiert so ein neues Wort, was ein Schluss-Mem erfordern würde. Allerdings ist der Zwischenraum recht klein und der Schreiber hat gar kein neues Wort beginnen lassen wollen. Beide Möglichkeiten sind gegeben. Damit die Leser sich selber davon ein Bild machen können, habe ich die entsprechende Textstelle fotografiert. Auf dem folgenden Ausschnitt des Fotos ist das sofort erkennbar, denn das Mem ist durch den Punkt markiert. Das nächste Wort beginnt links davon (wegen der hebräischen Linksschreibung!). Ein gewöhnliches Mem ist eindeutig vom einem Schluss Mem (Mem Sofit) zu unterscheiden. Schuss Mem habe ich durch „S" hervorgehoben. Die beiden Worte  links vom markierten Punkt zeigen jeweils am letzten Buchstabe ein solches Schluss Mem; wegen der hebräischen Leserichtung von rechts nach links ist das der Buchstabe am weitesten links an beiden Worten. Es lässt sich leicht erkennen, dass die Form anders ist als beim markierten Buchstaben. Aber die Meinung des Schreibers ist ohnehin ziemlich unwichtig, denn ich suche ja keine Unterstützung für eine Änderung im Konsonantenbestand, sondern es ist eine Frage der richtigen Übersetzung. Es geht um das Verständnis des Textes. Die neue Abtrennung habe ich vorgenommen, bevor ich überhaupt die Qumran Rolle beachtet habe. Dass das Wort „Wahrheit" in Psalm 132,11 vergleichbar mit meinem Textverständnis gebraucht wird, ist eine weit bessere Bestätigung

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IQsa zu Jesaja 53,10
IQsa zu Jesaja 53,10